FACHSTELLE ZWEITE LEBENSHÄLFTE

im Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck



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08.07.2017
Wir puzzeln mit Ihnen!

Liebe Leserinnen und Leser, Älterwerden im Ort? Altenarbeit verändern? Netzwerken in der Nachbarschaftshilfe? Es ist wie beim Puzzeln. Aus dem unsortierten Haufen kleiner Teile wird nach und nach ein Bild, das Sinn macht. Manchmal fehlt dieses eine kleine Teilchen, das die Brücke bildet. Zum Beispiel eine Idee, die Menschen von A nach B transportiert. Oder eine Person, die zwei Welten zusammenbringt. Im zweiten Halbjahr haben wir solche verbindenden Puzzle-Ideen für Sie vorbereitet. Ein Puzzleteil: sie können sich jetzt zu unseren Veranstaltungen direkt online anmelden! Unser Programmflyer fürs zweite Halbjahr ist fertig und auf dem Weg zu vielen von Ihnen. Liebe Pfarrer*innen, bitte geben sie das zweite Exemplar an Ihren Kirchenvorstand oder Ihre Nachbarschaftshilfe(-Projektgruppe) oder die Netzwerker*innen in Ihrer Gemeinde und Kommune weiter. Treffen wir uns beim Puzzeln? Ihre Annegret Zander und Andreas Wiesner

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Anders älter

Liebe Leserinnen und Leser, wir sind unterwegs und forschen gemeinsam mit Aktiven in Gemeinden. Dort wird gerätselt, warum die Seniorenkreise kleiner werden und was man da machen kann. Wir plaudern heute aus dem Nähkästchen. Und kommen gerne auch zu Ihnen. Ihre Annegret Zander und Andreas Wiesner

In dieser Post
Thema: Anders älter - Die nächste Generation
AbDanken – Abschied aus dem Seniorenkreis? Ratgeber unterwegs
„Altenarbeit“ Anders – Vortrag und erprobte Beispiele in Treysa
Kriegskinder/Ruhestand/ Dorfprojektentwicklung/ Weitere Veranstaltungen der Fachstelle und ihrer Partner
Silberschmiede in Fulda: Fremde Heimat- – Methoden, Impulse, Material
Eine Prise …Zunder! Fahrtests ab 75?!
Fundstück Freudenwort.de

Thema: Anders älter - Die nächste Generation

(AZ) Als ich die 24 Kirchenvorsteherinnen und –vorsteher bat, sich nach Geburtsjahrgängen an die Tischgruppen zu setzen, geschah dies: 11 Männer und Frauen quetschten sich an den Tisch der in den 1950er Jahren Geborenen., am 40er Tisch waren es 5, am 60er Tisch 6 Leute. Am Rand saßen zwei Frauen, die in den 70ern geboren waren. Da hatte ich die Offenbarung. Dies ist demografische Entwicklung „life“! Wir verkörperten die Tannenbaum - Grafik (manche nennen sie einen Pils). Der dicke Balken in der oberen Mitte: Hier saßen sie als Menschen vor mir! Vergnügt, schick, diskussionsfreudig. Die 50er fragte ich: „Kommt Ihnen die Enge bekannt vor?“ Kräftiges Nicken. „Hallo Babyboomer!“ Wir fanden unter ihnen auch einen Hippie-im-Herzen, der am Ende des Tages die Vision eines Treffpunktes der Generationen formulierte, mitten im Ort an der Stelle, an der  früher die Disco stand.

Als Sie so etwa 18 – 22 Jahre alt waren

Die Geburtsjahrgänge hatten folgende Aufgabe:
„Als Sie so etwa 18 – 22 Jahre alt waren:
- Welche Sprüche haben Sie damals geprägt?
- Was war für Sie politisch-gesellschaftlich von Bedeutung?
- Welche Musik haben Sie gehört?“
   Das ist eine Forschungsreihe, die ich nun schon eine Weile betreibe. Es kristallisieren sich ein paar Dinge heraus, die immer wieder auftauchen, ob man nun mit Menschen aus der Stadt oder vom Land spricht. Sprüche, die die 40er-Geborenen mitnahmen:
- Jedes Ding hat seinen Ort …
- Wer feiern will, kann auch arbeiten/aufstehen.
- Das Leben ist ein Kampf.
- Erst sparen, dann kaufen

Bei ihnen sind musikalisch immer Elvis und Rock ‘n Roll oben auf.

Die 50er-Geborenen hörten Bee Gee’s, Beatles, Rolling Stones, Jimmy Hendrix, Bob Marley, ABBA, Peter Maffey, Pink Floyd, Janis Joplin, Roy Black und „make peace – not war“.

Allein diese kleine Beobachtung macht deutlich, wie anders die Menschen sind, die jetzt auf den Ruhestand zusteuern. Sie haben kulturell und politisch völlig andere Impulse und Werte mitgenommen als die Generationen, die derzeit noch die Seniorenkreise besuchen. Es verwundert also nicht, warum die Geburtsjahrgänge der späten 1940er und 50er kein Interesse am Seniorenkreis haben.  Es ist einfach nicht ihre Welt!

Die neue Generation will…
In dieser Woche haben wir die erste „Silberschmiede“ im ländlichen Raum im Kirchenkreis Ziegenhain eröffnet. Auch hier habe ich diese Übung gemacht. Auch diese Gruppe wurde immer lebhafter, während man sich gemeinsam erinnerte. Wir fragten schließlich die auch hier gut vertretenen 50er Jahrgänge, wie sie sich selbst wahrnehmen im Vergleich zu den Menschen, die in den 30ern geboren wurden. Da kam ziemlich viel zusammen!

Diese neue Generation will

- selbst gestalten, Neues lernen (z.B. Sprachen)
- stellt ihre Zeit begrenzt zur Verfügung
- etwas für andere tun und etwas für sich selbst tun
- Dinge gemeinsam mit anderen unternehmen (gemeinsam statt einsam)
- muss aus der Vielfalt wählen – und hat das geübt
- ist mit Veränderungen vertraut (z.B. durch berufliche Wechsel, Umzüge, Brüche und Veränderungen in der Familie)
- hat gelernt ihren eigenen Weg zu gehen (Frauen wie Männer)
- will aktiv sein (sich bewegen, reisen…)
- ist politisch geprägt und interessiert
- ist im Internet unterwegs
- will selbst Akteur sein
- sorgt für das eigene Älterwerden vor (Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Lebensumfeld)
- sorgt für die Älteren, dafür, was ihnen helfen kann und was auch in Zukunft trägt.

Vokabeln verlernen: z.B. „Angebot“

Das hat zur Folge, dass alle, die in Kirche, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen auf diese Älteren zugehen möchten – und das sollten wir dringend, denn es sind viele! – ein paar Vokabeln werden ändern müssen.
Streichen wir zuerst das Wort „Angebot“. Hören sie auf, sich in Ihren Vorständen darüber den Kopf zu zerbrechen, was man denn für die Älteren anbieten könnte. Fragen Sie sie selbst! In der Silberschmiede haben wir Kleingruppen gebildet, in denen immer eine Person aus dem Jahrgang der 50er-Geborenen vertreten war. Die Gruppen sollten Ideen entwickeln, wie man Plattformen schaffen kann, über die die neue Generation erreicht und vernetzt werden kann. Die 50er-Geborenen hatten darüber hinaus die Aufgabe, die Vorschläge der anderen zu prüfen: Interessiert mich das? Spricht mich das an?
Das war hochspannend!

Als nächstes gilt es das Wort „helfen“ umzutüfteln. Ich habe da in eine interessante Unterhaltung hineingehört. Eine Frau sagte: „Ich möchte aktiv werden, selbst was machen!“ Ihre jüngere, kirchlich engagierte Gesprächsnachbarin fasste zusammen „Sie wollen also helfen.“ „Nein!“, rief die erste, „Ich will etwas für mich machen, ich will mich mit anderen treffen, gemeinsam was unternehmen, herausfinden, wie ich im Alter wohnen will…!“
Wir Kirchenleute haben das im Blut, die Sache mit dem Helfen. Wir fragen uns auch, wie wird die jüngere Generation uns helfen, wenn wir dann mal 80 sind. Doch auch dies greift nicht mehr. Bis wir 80 sind, werden wir Strukturen geschaffen haben, mit deren Hilfe wir auch ganz gut durch unser hohes Alter kommen. Aber nur, wenn wir jetzt damit anfangen.
Es ist also an der Zeit, die 45er-50er Geburtsjahrgänge ins Boot zu holen - na ja, eigentlich sind sie das Boot und die Steuerleute. Wir in Kirche, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Vereinen können sie unterstützen, am besten tun wir das sogar zusammen! Wie genau man das machen kann, darüber werden Sie in nächster Zeit noch öfter von uns hören.

Weiter forschen werden wir in Kürze in Treysa, s..u. am 10.3. in unserer Veranstaltung „´Altenarbeit` anders“. Sehen wir uns dort?

Wenn Sie mit Ihrem Kirchenvorstand (EKKW) auch einen spannenden Blick in die Zukunft der Arbeit mit Älteren richten möchten, dann machen Sie jetzt einen Termin für den Herbst oder das nächste Frühjahr! Anfragen über zweite.lebenshaelfte@ekkw.de

 

AbDanken – Abschied aus dem Seniorenkreis? Ratgeber unterwegs

Die Veränderungen, die ich eben beschrieben habe, führen zur Krise in der bestehenden Seniorenarbeit. Die Gruppen werden kleiner, die Leiterinnen selbst älter. Sie wagen es oft nicht, ans Aufhören zu denken, weil sich niemand findet, der die Nachfolge übernimmt.
Da es Land auf Land ab dasselbe Phänomen ist – übrigens auch in Sport-, Gesang- und anderen Vereinen, bei den Landfrauen, Frauenhilfen und ähnlichen Gruppen – habe ich einen kleinen Ratgeber über den Abschied vom Seniorenkreis geschrieben. Er soll Ehrenamtlichen und PfarrerInnen dabei helfen, sich ehrlich und gemeinsam Gedanken über die Zukunft zu machen. Er soll Mut machen, zu der Zeit, die Ihnen selbst richtig erscheint, beherzt Abschied zu nehmen, um damit Raum für etwas Neues zu schaffen.

Zurzeit ist der kleine Ratgeber im Druck. Wir werden ihn an alle Pfarrämter und Kirchenvorstände verschicken. Sie können jetzt schon vorbestellen
Und hier können Sie in das kleine bunte Büchlein schon jetzt hineinsehen.


 

„Altenarbeit“ Anders – Vortrag und erprobte Beispiele in Treysa

Donnerstag, 10. März 2016, 10:00 bis 16:00 Uhr in Treysa

In den letzten 10-15 Jahren haben sich die 55plus Generationen differenziert. Die Babyboomer gehen auf den Ruhestand zu. In der "Seniorenarbeit/Altenarbeit" steht ein Paradigmenwechsel zum selbstbestimmten Engagement im Gemeinwesen und aktiver Teilhabe an.
Sonya Winterberg, Deutsches Institut für Community Organizing, Berlin, spricht über "Enabling Community – Neue Wege in der Gemeinwesenarbeit" Sie sagt dazu: „In den letzten Jahren hat eine Vielzahl von neuen Ansätzen die Soziale Arbeit bereichert. Besonders interessant ist hierbei der Aspekt einer befähigenden Gemeinwesenarbeit, der hier näher beleuchtet wird.“
Am Nachmittag werden praxisnah aktuelle erprobte Methoden vorgestellt: das Stadtgespräch mit Litfaßsäule in Treysa, der Veranda Social Club zur Entwicklung kultureller Teilhabe alter Menschen und die in Kassel erfolgreiche GRIPS -Methode, die Bewegungs- und Alltagskompetenzen im Alter fördert.

Die Veranstaltung ist für Studierende und ehrenamtlich wie hauptamtlich Mitarbeitende in der kirchlichen Seniorenarbeit, Gemeindearbeit und Erwachsenenbildung.

Veranstalter sind die Kooperationspartner Fachstelle Zweite Lebenshälfte im Referat Erwachsenenbildung mit Pfarrerin Annegret Zander,  Pfarrer Dierk Glitzenhirn, Geschäftsführer Evangelisches Forum Schwalm-Eder und Diakonie Hephata, Frank Keller.

Ort
Ev. Gemeindehaus Franz - von - Roques
Töpferweg 19
34613 Schwalmstadt-Treysa

Kosten: 15 €; 10 € für Studierende (einschl. Verpflegung)

Wir bitten um Anmeldung bei der Fachstelle Zweite Lebenshälfte, Telefon: 06181-969120, zweite.lebenshaelfte@ekkw.de

 

Kriegskinder/Ruhestand/ Dorfprojektentwicklung/

Weitere Veranstaltungen der Fachstelle und ihrer Partner
Bitte klicken sie auf die Überschriften für mehr Information

18.03.2016 in Oberursel
Damals war ich noch ein Kind- Kriegskinder und ihr langer Lebensweg bis heute

19.03.2016 in Kassel
Werkstatttag - Vorbereitung auf den Ruhestand

07.04.2016 in Weimar
Fachtag: Ältere Menschen in unseren Kirchengemeinden heute - „Eure Alten sollen Träume haben...(Joel 3, 1b)

03.05.2016 in Schotten
Über den Tellerrand geschaut: Dorfentwickler_innen machen mobil

 

Silberschmiede in Fulda: Fremde Heimat- – Methoden, Impulse, Material

Das Thema Flüchtlinge einmal anders angegangen…Denn auch die Alten haben dazu ihre Gedanken.

Donnerstag, 17.03.2016, 18:00 - 20:30 Uhr

Fremde Heimat – Heimat Fremde
Wie kann man gut in einem fremden Land oder Ort ankommen? Viele Alte haben damit Erfahrung: Sie haben sich durch Umzug, „Hinein-Heiraten“ oder Flucht fremd gefühlt. Viele haben schließlich in der Fremde Fuß gefasst, sogar Heimat gefunden. Wir fragen mit Karl Valentin was das heißt: „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde.“ Wir probieren uns fremde Sichtweisen aus und fragen, was eigentlich „Heimat“ ist?
Wie immer kreativ und direkt umsetzbar in Ihrer Gruppe.
In der Silberschmiede treffen sich Engagierte und solche, die es werden wollen.
Sie bietet neue Angebote, Impulse, praxisnahes Material und Austausch mit Gleichgesinnten für bestehende Seniorengruppen und für die projektorientierte Arbeit mit Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

Team:
Pfarrerin Annegret Zander, Fachstelle Zweite Lebenshälfte
Martina Fuchs und Antje Herzog

Kosten: 5,00 €

Achtung! Neuer Ort!
Café Kultur im Haus Mediana
Rangstraße 3
Fulda 36043

Bitte bis zum 10.3. anmelden, danach auf Anfrage
Tel: 06181-969120, zweite.lebenshaelfte@ekkw.de

Material zum Thema, bitte klicken Sie hier.

Eine Prise …Zunder! Fahrtests ab 75?!

Eine Prise Salz, Zucker, Backpulver oder Schnupftabak. Hier gibt es Spirituelles, Kulturelles, Quergedachtes. Heute… Fahrtests für AutofahrerInnen ab 75?!
Es wird heiß diskutiert und in vielen Familien ist es ein Dauerbrenner, der zunehmend Angst machen kann: Wie geht man mit Menschen, mit Angehörigen um, deren Fahrtüchtigkeit abnimmt, die aber selbst kein Einsehen darüber haben? Eine Option, die diskutiert wird sind Fahrtests ab 75. Lesen Sie hier Argumente

Fundstück: Freudenwort.de

Freudenwort – das lebt Susanne Niemeyer. Viele kennen ihre Texte aus dem Adventskalender von Andere Zeiten. Sie schreibt und gibt Anregungen zum Schreiben mit Impulsen und Workshops. Sie erzählt und kreiert kleine schöne Dinge zum Verschenken. Im Moment können Sie noch bei ihrer Fastenaktion mitmachen. Jeden Tag eine Frage, zum Beispiel „Wenn du einen Brief mit einem einzigen Satz bekämest – welcher sollte dort stehen? Schreibe diesen Brief.“ www.freudenwort.de