FACHSTELLE ZWEITE LEBENSHÄLFTE

im Referat Erwachsenenbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck



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08.07.2017
Wir puzzeln mit Ihnen!

Liebe Leserinnen und Leser, Älterwerden im Ort? Altenarbeit verändern? Netzwerken in der Nachbarschaftshilfe? Es ist wie beim Puzzeln. Aus dem unsortierten Haufen kleiner Teile wird nach und nach ein Bild, das Sinn macht. Manchmal fehlt dieses eine kleine Teilchen, das die Brücke bildet. Zum Beispiel eine Idee, die Menschen von A nach B transportiert. Oder eine Person, die zwei Welten zusammenbringt. Im zweiten Halbjahr haben wir solche verbindenden Puzzle-Ideen für Sie vorbereitet. Ein Puzzleteil: sie können sich jetzt zu unseren Veranstaltungen direkt online anmelden! Unser Programmflyer fürs zweite Halbjahr ist fertig und auf dem Weg zu vielen von Ihnen. Liebe Pfarrer*innen, bitte geben sie das zweite Exemplar an Ihren Kirchenvorstand oder Ihre Nachbarschaftshilfe(-Projektgruppe) oder die Netzwerker*innen in Ihrer Gemeinde und Kommune weiter. Treffen wir uns beim Puzzeln? Ihre Annegret Zander und Andreas Wiesner

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Liebe...n

Liebe Leserinnen und Leser,

diesmal nehmen wir die Valentinswelle und lenken sie um. Jenseits von Herzchen-Kitsch und überteuerten roten Rosen ist das Lieben der Pulsschlag des Lebens. Die Liebe hat viele Facetten von der partnerschaftlichen Liebe über Familienbeziehungen, die Liebe zu sich selbst und zu Gott. Im Alltag will diese Liebe gestaltet werden – allein, zu zweit, in der Familie, mit Freundinnen und Freunden – vielleicht sogar in der Nachbarschaft. Am Valentinstag, 14.2. lädt das Referat Erwachsenenbildung ins Haus der Kirche zu Kostproben aus seiner Arbeit ein. Es wäre wunderbar, wenn Sie dabei wären!

Ihre
Pfarrerin Annegret Zander  und Dr. Hartmut Wolter, Gerontologe

Kontakt
Annegret Zander: 0152/37842215, annegret.zander@ekkw.de
Hartmut Wolter: 0561/9378-284, hartmut.wolter@ekkw.de

In dieser Post:

Anstößig: verschwenderisch geliebt
Es gab eine Frau im Leben Jesu. Sie liebte ihn verschwenderisch. Er genoss ihre Zuwendung.
Die Nachwelt war zu geschockt, um aufzuschreiben, wer sie war. Wie sie war: alt, jung, schön, normal wie sie und sie, reich, arm, gesund, krank. Sie hätte all das sein können oder ganz anders. Sie brachte dieses sündhaft teure Öl mit. Viel Öl. Sie goss es Jesus über den Kopf. Eine Salbung. Eine Priesterin salbt den König.

Das geht, bitte schön, gar nicht!

Und so kam es, dass die Jünger Jesu, die in Betanien doch gerade selbst Anstößiges taten, sich furchtbar aufregten. Man aß bei Simon, dem Aussätzigen. Auch das geht, BITTESCHÖN, gar nicht. Wer liebt denn einen aus der Gesellschaft ausgestoßenen Kranken? Setzt sich gar an einen Tisch mit ihm? Das war den Herren aber inzwischen aber offenbar in Fleisch und Blut übergegangen. Die Frau hingegen, die Jesus liebte, war völlig außer Rand und Band geraten. Das viele Geld hätte man doch den Armen geben können!, meinten die Jünger. Finden Sie auch, oder? In Zeiten wo gespart werden muss, da muss man schon ganz genau überlegen, wo das Geld, das man hat, hin fließen soll.

Jesus sah das anders. Diese Salbung war einer der wenigen Momente, in denen sich ein Mensch ihm zuwendete. Er, der sich immer für andere gab, wurde in diesem Moment hingebungsvoll geliebt. Sinnlich. Erotisch, also mit diesem Vibrieren in Leib und Seele, das uns zueinander zieht, uns lebendig macht und schöpferisch werden lässt.

Ohne diesen Eros, diese lebendige Kraft, werden das Glaubensleben und alles gute Handeln irgendwann schal. Manchmal muss man sich hingeben an den Moment, verschwenderisch sein, verschwenderisch lieben. Sich selbst, einen anderen Menschen, das Leben.

Ich schreibe dies heute „zu ihrem Gedächtnis“. Die Liebe dieser Frau, hat Jesus für seinen schwierigen Weg gestärkt.

Wann haben Sie jemand oder etwas zuletzt anstößig und verschwenderisch geliebt? Wann hat die Kraft des Eros Sie mitgerissen und schöpferisch werden lassen?

Spuren rund um diese Gedanken
Die Geschichte auf die ich mich beziehe, steht im Markusevangelium (Kapitel 14, 3-9)

Nebenher und drum herum habe ich das Buch unseres Referenten am 14.2. gelesen. Er ist Philosoph und Theologe und plädiert für ein sinnlicheres Christentum und erotische Lebenskunst:

Christoph Quarch, hin & weg - verliebe dich ins Leben

Und als Soundtrack empfehle ich die CD Aprile, E la luna

Es geht mit Herrn Rossis Suche nach dem Glück los (Viva la felicita!) Und dann geht es glaube ich sehr viel um die Liebe. Auf italienisch. Wunderbar an dunklen und hellen Tagen.

Kostproben für ein gutes Leben am 14.2.: probieren Sie „Liebe_n…“
Ob Solo, als Paar oder im Pulk der Freundinnen und Freunde: an diesem Valentinstag haben Sie eine echte Liebesalternative. Statt sich Pärchenweise in Restaurants zu quetschen, treffen Sie sich mit vielen wunderbaren Menschen auf unserem Marktplatz der Liebe. Seien Sie Gast des Referats Erwachsenenbildung! Unser 13-köpfiges Team hat ein vielfältiges Angebot an Kostproben aus unserer Arbeit vorbereitet und die Garküchen der Liebe arbeiten auf Stufe 3 zwischen Alltag, Verschwendung und Speeddating. 

Wir haben den Philosophen Dr. Christoph Quarch eingeladen. Er bringt das Thema so auf den Punkt: „Hin & weg! Von der Kunst sich ins Leben zu verlieben“
Unsere Beiträge aus der Arbeit der Fachstelle: die Fotoausstellung „Achtung Liebe! Alter und Liebe“, eine Fotoaktion „Beziehungsstühle“ mit den neuen alten Stühlen der Fachstelle in Hanau und ein WohnBar-Workshop „Wo/wie die Liebe wohnt – Partnerschaft im Alter“.

Mehr Informationen finden Sie hier.
Freitag (Valentinstag), den 14. Februar 2014, 18:00 bis 21:00 Uhr
Einlass ab 17:30 Uhr: Sie werden mit Tango begrüßt!
Ort: Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330, Kassel
Der Eintritt ist frei.

Anmeldung erbeten unter: erwachsenenbildung@ekkw.de

Kostproben: Wo die Liebe wohnt
Kommen Sie am 14.2. in unseren Workshop!
Mal ehrlich: das Thema Großfamilie ist doch nun endgültig durch, oder? Selbstverständlich kann und soll es hier und da diese landläufig bekannte Form des Zusammenlebens der Generationen geben. Und das ist auch wunderbar!

Aber es gab in den vergangenen Jahrzehnten auch viele gute Gründe, weshalb sich immer mehr neue Formen des Zusammenlebens entwickelten oder zumindest darüber nachgedacht wurde.

Interessant ist dann noch, dass aktuelle Prognosen einen Anstieg von Scheidungen nach langjährigen Ehen erwarten lassen.
Sind die Wünsche nach anderen Wohnformen im Alter sowie die Schwierigkeiten in langjährigen Partnerschaften/ Ehen nicht Grund genug, nach anderen, verlässlichen  Wohnmöglichkeiten im Alter zu suchen? Nach dem Motto: nicht allein und nicht ins Heim?

In unserem Mini-Workshop, der im Rahmen des aktuellen Projekts „WohnBar – wohnen und leben, wo ich hingehöre!“ entwickelt wurde (s.http://www.ekkw.de/media_ekkw/service_lka/Flyer_Wohnbar.pdf ), wird es darum gehen, im eigenen Wohn- und Lebensraum nach Orten der Liebe zu suchen – Orte, die mir Geborgenheit und Vitalität geben. Manche Plätze oder Räume, in denen die Liebe wohnt, sind im Alltag eher verborgen oder nicht deutlich erkennbar. Man muss manchmal nur genauer hinschauen, entstauben, neu entdecken.

Sie sind herzlich eingeladen, am 14.02. mit nach Orten zu suchen, an denen für Sie die Liebe wohnt!
Anmeldung zu den Kostproben unter erwachsenenbildung@ekkw.de
Anmeldung zum Workshop direkt am 14.2.

Fotoausstellung „Achtung Liebe – Liebe und Alter“ in Kassel
Ab Montag, den 10. Februar zeigen wir im Haus der Kirche die Fotoausstellung „Achtung Liebe!“.  Die Wanderausstellung zeigt eindrucksvolle Fotografien von elf älteren Paaren. Behutsam hat der Frankfurter Fotograf Winfried Eberhardt das Thema „Alter und Liebe“ in kleinen Bilderserien eingefangen. Die Bilder zeigen zarte Berührungen, zärtliche Blicke, vertraute Umarmungen und auf die Lippen gehauchte Küsse. Begleitende Interviews lassen die Männer und Frauen auf den Bildern zu Wort kommen. Sie sprechen von den vielen Formen, die die Liebe auch im Alter hat: langjähriges Vertrauen, neu entdeckte und unerwartete Liebesbeziehungen. Die Paare erzählen sehr ehrlich von ihrem partnerschaftlichen Leben, der ersten Begegnung, was Liebe für sie bedeutet und was sie miteinander verbindet. Die Fotografien und die Interviews geben der Liebe im Alter ein Gesicht. Das Hanauer Seniorenbüro brachte die erfolgreiche und eindrückliche Wanderausstellung auf den Weg. Veranstalter ist die Fachstelle Zweite Lebenshälfte im Referat Erwachsenenbildung.

Die Ausstellung ist bis zum 25.Februar (Mo – Fr 9 - 16 Uhr) im Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Unser Tipp zur Ausstellung
Am Mittwoch, den 12. Februar zwischen 11 und 13 Uhr liest Annegret Zander aus den Interviews und einem unveröffentlichten Liebesroman. Er wurde vom Verlag abgelehnt, weildas von der Autorin Birgit Wandersleben beschriebene Liebespaar „zu alt“ war. Wir bringen es trotzdem zu Gehör und so viel ist sicher: dieser Teil der Lesung wird wahnsinnig kitschig. Kommen Sie einfach vorbei.

Clownsliebe lernen - Ausbildung beginnt wieder
„Mein Herz taramtamtam schlägt nur für dich taramtamtam, ja nur für dich taramtamtam und das aus Liiiiiiiebe!“ Wer dieses Lied von Clownin Rosinchen gesungen bekommt, schmilzt dahin. Rosinchen Tausendschön hat ein riesiges Herz. Sie besucht Menschen im Altenheim und bringt ganz viel Herzblut mit. Da kommen alte Damen und Herren, Pflegerinnen und Angehörige in Wallung, ins Vergnügen und in das Gefühl: hier versteht mich jemand zutiefst und findet mich völlig richtig, so wie ich gerade bin: verzagt in meinem Bett, genervt vom strengen Tagesablauf, erschöpft vom Sorgen, im Alltagsfrohsinn oder wie auch immer der Tag mich heute vorfindet. Denn Clowns können das: aus voller Seele lieben – ohne zu werten. Sie sind gnädig mit sich selbst und den Fehlern und Unperfektheiten der anderen. Und sie gehen damit ins Spiel.

Rosinchen heißt im anderen Leben Gabi Erne.  Sie und Dr. Gisela Matthiae, die auch gerne mal Frau Seibold ist, bilden wieder neue Clowninnen und Clowns für die Begegnung mit Menschen im Altenheim aus. Unter der Federführung der Fachstelle bieten wir am Freitag, den 25.07.2014, 09:30 – 17 Uhr in Gelnhausen einen Schnuppertag „ClownIn im Altenheim“ an. Im November beginnt die einjährige Ausbildung. Wenn Sie lernen möchten, zu lieben wie ein Clown, wenn Sie sich selbst und das Leben ernst, aber nicht zu ernst nehmen möchten, wenn Sie Lust am Spiel und an der Begegnung mit alten Menschen haben, dann wenden Sie sich an Annegret Zander annegret.zander@ekkw.de.

Wir schicken Ihnen weitere Informationen zu.
Außerdem: www.kirchenclownerie.de

Henkelmann als Liebesstifter: Die Lunchbox
Mein Großvater nahm einen Henkelmann mit zur Arbeit oder bekam ihn von den Töchtern gebracht. Darin war sein Mittagessen. (Bei Wikipedia gibt es auch Bilder.) Im Zeitalter der Kantinen und Fastfood Imbisse hat der Henkelmann hierzulande ausgedient. In Indien hingegen, speziell in Mumbai, reisen täglich über 200 000 Henkelmänner per ausgeklügeltem unfehlbaren Transportsystem von der heimischen Küche zum Arbeitsplatz. Das geht nie schief, was an sich ein Wunder darstellt. Nur einmal wurde falsch geliefert. Und dieser Fehler stiftet neue Bilder von einem liebevolleren Leben. Ein zauberhaftes Kammerspiel.
Ein schöner Anlass, um in Ihrer Gruppe zu erzählen, in welcher Weise bei Ihnen die Liebe durch den Magen ging.

Lesen Sie im Blog:

Filmtipp: Die Lunchbox
Und lesen sie auch, zu welchem Spiel der Film angestiftet hat. Zurzeit ist nämlich eine Lunchbox auf Reisen…

Silberschmiede: Von allen Sinnen & dem Unsinn
In seinem Gedicht „Der dreizehnte Monat“ sinniert Erich Kästner über die Freiräume, die entstehen, wenn man das Geläufige durcheinander bringt. Unsinn? Der 13. Monat oder auch die fünfte Jahreszeit stiften dazu an, die Welt anders, verrückt und neu gestaltbar zu sehen. So einen 13. Monat zu denken, das kann wie die innere Erlaubnis sein, nicht alles „wie immer“ zu machen. Mit der neuen Freiheit eines 13. Monats kann es leichter fallen, das scheinbar unsinnige Tun anderer (oder auch unser eigenes) gelassener zu sehen – könnte ja sein, dass man dieses oder jenes in einem 13. Monat genau so macht! ODER der Unsinn muss erst begriffen, gespürt, genossen, erkannt werden – damit wir ihn wahrnehmen können, und zwar mit allen Sinnen! 

Letztlich liegt es an jedem selbst, im Unsinn das Schöne zu entdecken, denn:

„Stunden, wo der Unsinn waltet,
Sind selten, stört sie nie!
Schöner Unsinn, glaubt es mir,
Er gehört zur Poesie!“ (Deutsche Bardenklänge, 1867)

Wenn Sie Lust haben, gemeinsam mit anderen Gruppenleitungen aus diesem Thema Ideen für eigene Veranstaltungen in Ihrer Gemeinde zu schmieden, dann sind Sie herzlich zu den nächsten Silberschmieden eingeladen!

Silberschmiede Fulda
Donnerstag, den 20.Februar 2014 ab 18:15 – 21 Uhr
Ort: Treffpunkt der Diakonie am Gemüsemarkt

Silberschmieden Kassel
Donnerstag, den 20. März und Dienstag, den 25. März 2014 (Wiederholung),
jeweils von 14:30 h bis 17:30 h!
Ort: Haus der Kirche, Wilhelmshöher Allee 330

Weitere Informationen und Anmeldung: Hartmut Wolter, Tel. 0561 9378 284 oderhartmut.wolter@ekkw.de

Exkursion am 29.3.: Das Fremde kennenlernen
Aus unserer neuen Nachbarschaft: Einladung zur Exkursion ins Badische Landesmuseum nach Karlsruhe zur Ausstellung „Weltkultur/Clobal Culture“
am Samstag,29.März 2014 von 8.00-17.00 Uhr.

Bei dieser Exkursion ins Schloßmuseum nach Karlsruhe betrachten wir Veränderung, Wandelbarkeit, bewusste und unbewusste Aneignung des Fremden. Exemplarische Objekte im Museum zeigen die mitunter skurril anmutende Umsetzung, beispielsweise eine Kuckucksuhr mit Muezzinruf. Transkulturelle Verflechtungen werden anschaulich und greifbar. Die Ausstellung lässt einen neuen Blick auf Heimat und Identität zu. Eine eigene Führung setzt die religiöse und didaktische Perspektive für uns in den Mittelpunkt.

Leitung: Dr. Anke Kaloudis, Annette Weiß (Referat für Erwachsenenbildung) und Dr. Michael Ebersohn (Evangelisches Forum Hanau)
Anmeldung unter: karin.noevermann@ekkw.de

Unkostenbeitrag: 18 Euro
Die Veranstaltung ist akkreditiert.
Abfahrt am Ev. Forum in Hanau um 8.00 mit Bus, Akademiestraße 7